Meldung vom 05.08.2025 neues Konzept gegen bestehenden Mangel
Angesichts eines wachsenden Mangels an Plätzen in schulvorbereitenden Einrichtungen (SVE) im Freistaat Bayern und im Landkreis Deggendorf hat der Arbeitskreis "frühe Förderung - neue Wege", unter Leitung von Frau Martina Seifert (Schulleitung SFZ Deggendorf) der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) ein innovatives Konzept entwickelt: die "Ambulant Schulvorbereitenden Hilfen" (ASH). Dieses zielt darauf ab, die festgestellte Versorgungslücke mit einem vorläufigen Ersatzangebot abzumildern und Kinder sowie deren Familien frühzeitig und bedarfsgerecht zu unterstützen. Mit ASH soll ein wichtiger Beitrag geleistet werden, um allen Kindern mit Förderbedarf einen bestmöglichen Start in ihre Bildungslaufbahn zu ermöglichen und die Chancengleichheit in der Region zu erhöhen.
Eine von der PSAG Deggendorf (Geschäftsführung Herr Zitzelsberger) im Jahr 2023 durchgeführte Bedarfserhebung offenbarte die dringende Notwendigkeit zu handeln: Bereits im Jahr 2022 fehlten 39 SVE-Plätze in der Region. Diese Zahl stieg im Jahr 2023 besorgniserregend auf 66 fehlende Plätze an. Als direkte Reaktion auf diese Entwicklung formierte sich der Arbeitskreis "frühe Förderung - neue Wege" mit der klaren Zielsetzung, diesem Mangel entgegenzuwirken. Das erste greifbare Resultat dieser engagierten Arbeit ist das am 27.06.2025, im Rahmen der Arbeitskreissitzung, vorgestellte ASH-Konzept.
Drei Säulen für eine umfassende Unterstützung
Das Konzept der Ambulant Schulvorbereitenden Hilfen basiert auf drei zentralen Säulen, die ineinandergreifen, um eine möglichst breite und effektive Unterstützung zu gewährleisten:
Mobile Sonderpädagogische Hilfen (MSH) – Stärkung der Elternkompetenz:
Die mobilen Sonderpädagogischen Dienste der Sonderpädagogischen Förderzentren Deggendorf, Schöllnach-Osterhofen und der St.-Notker Schule richten sich direkt an Eltern von Kindern mit festgestelltem oder vermutetem Förderbedarf. Angeboten werden sowohl informative Elternabende als auch individuelle Einzelberatungen. Kerninhalte dieser Angebote sind:
* Das Erkennen von Förderbedarf und entsprechende Handlungsmöglichkeiten.
* Basisinformationen für eine gesunde kindliche Entwicklung.
* Vermittlung von effektiven Erziehungsstrategien.
Praxisberatung durch die Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern der Caritas Deggendorf – Unterstützung für Fachkräfte: Die zweite Säule wird von der Caritas getragen und fokussiert sich auf die Fachkräfte im frühkindlichen Bereich. Durch Praxisberatungen direkt vor Ort in den Kindergärten erhalten Erzieherinnen und Erzieher sowie weiteres pädagogisches Personal Unterstützung und fachlichen Input, um Kinder mit besonderen Bedürfnissen besser fördern zu können.
Medienpädagogik und Suchtprävention – Fit für die digitale Welt:
Der Verein Suchtprävention Deggendorf e.V. und der Gesundheitliche Sozialdienst des Landratsamtes Deggendorf gestalten die dritte Säule des ASH-Konzepts. Hier stehen die Medienkompetenz von Kindern und die Prävention von Suchtverhalten im Mittelpunkt. Thematisiert werden unter anderem folgende Inhalte:
* Rechtliche Aspekte im Internet.
* Empfehlungen für eine sinnvolle und altersgerechte Medienzeit.
* Der kritische Umgang mit Fake News und Werbung.
* Schutz der Privatsphäre im Netz.
Entwickler des Konzepts
Das ASH-Konzept wurde von folgenden Personen im Rahmen des PSAG Arbeitskreises "frühe Förderung - neue Wege" entwickelt:
Zitzelsberger Tobias, Geschäftsführung PSAG Deggendorf
Veronika Lohmaier, Studienrätin SFZ Schöllnach-Osterhofen
Elisabeth Stadler, Studienrätin SFZ Deggendorf
Dr. med. Anna Grimm, Ärztin am Gesundheitsamt Deggendorf
Regina Leitenmeier, Diplom-Päd. (Univ.), Caritas Deggendorf
Petra Kust, Erzieherin / qualifizierte Leitung
Astrid Gruber, Erzieherin / Kindergartenleitung
Weitere Informationen
Ein Flyer, der ein Überblick zu den Ansprechpartnern bietet, kann bei den Sonderpädagogischen Förderzentren, der PSAG Deggendorf sowie bei der Caritas angefordert werden. Weiterhin kann dieser auf der PSAG-Homepage heruntergeladen werden.
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